Schlaflos

Und ich bin wieder mal:

Schlaflos, hell wach bis in den Morgen.
Schlaflos, ohne dich.
Schlaflos, lieg ich hier und mach mir Sorgen.
Kann nicht leben ohne dich.

Atemlos, 2000

Wie bricht man sich möglichst effektiv die Nase?

Dies ist eine Anleitung, wie man sich möglichst effektiv und ohne Komplikationen die Nase bricht:

  1. Nachts wach werden.
  2. Aufstehen.
  3. Richtung Badezimmer schleichen.
  4. Den (außen befindlichen) Lichtschalter des Badezimmers betätigen.
  5. Den Schalter noch mehrere Male betätigen, da kein Licht zu sehen ist.
  6. Beschließen, am nächsten Tag im Baumarkt neue Glühbirnen zu kaufen.
  7. Das Bad im Dunkeln betreten.
  8. Feststellen, dass die Badezimmertür geschlossen ist.
  9. Baumarkt-Besuch absagen, da das Licht funktioniert.
  10. Stattdessen Arztbesuch planen.

Man sieht: Total einfach!

Das verdrehte Kabel

Warum zur Hölle? Warum sieht mein neues Telefonkabel nach nur einem Monat so aus? Ich habe es beobachtet: Ich telefoniere ganz normal. Nehme den Hörer in die rechte Hand, halte ihn ans rechte Ohr, lege ihn in entgegengesetzter Drehrichtung wie beim Abnehmen wieder auf die Gabel. Und trotzdem ist mein Kabel verdreht.

Ich bin mittlerweile von einer übernatürlichen Lösung überzeugt. Und heute durfte ich dann den Beweis beobachten: Ich habe (wie oben beschrieben) telefoniert, und danach mein Kabel beobachtet. Erst zuckte es nur kurz, dann begann es stärker zu zittern, zog sich langsam zusammen um sich schließlich um die eigene Achse zu drehen? Was ist da los?

Und ich habe Zeugen! Mein Telefonkabel lebt!

Ich werde es weiterhin beobachten und regelmäßig an dieser Stelle berichten. Aber ich komme dem ganzen auf die Schliche. Auch noch nicht aus der Schusslinie der Hauptverdächtigen ist die Mafia. Mein Chef ist schließlich Italiener.

Zwischengeschlechtliche Kommunikation nach Schulz von Thun

Ich rede gerne. Und besonders gerne tu ich dies mit dem weiblichen Geschlecht. Und ein ums andere Mal muss ich dabei feststellen, dass ein gewisser Herr Friedemann Schulz von Thun mit seinem 4-Ohren-Modell ins Schwarze getroffen hat. Der gute Herr mit adeligem Namen unterscheidet grundsätzlich zwischen Sachinhalt, Beziehungsbotschaft, Selbstoffenbarungsbotschaft und – hier wird es dann besonders interessant im Bezug auf die Damen – dem Appell der Nachricht, welcher beim Empfänger ankommt.

Der Klassiker unter den “Missverständnissen” ist hier eindeutig der Diamantring, der schicke Sportflitzer, das Seiden-Negligee oder was auch immer frau sich in den Kopf gesetzt hat, doch unbedingt haben zu müssen. Anstatt diesen Wunsch jedoch konkret zu formulieren, was dem Sachinhalt einer Botschaft entsprechen würde, wird hier von der holden Weiblichkeit auf ein anderes der 4 Ohren gesetzt. Da wird das gewünschte Objekt in den Himmel gelobt und als “das schönste, was ich je gesehen habe” betitelt. Und genau das kommt beim männlichen Gegenüber an. Der Sachinhalt: “Sie findet es schön”. Evtl. noch mit dem selbstoffenbarten Zusatz “Wenn sie noch nie etwas schöneres gesehen hat, scheint sie noch nicht weit rumgekommen zu sein.” Der für die Frau essentielle Teil der Nachricht jedoch wird so wahrscheinlich niemals beim Mann ankommen, nämlich der Appell: “Kauf mir das zum nächsten Geburtstag/Weihnachten/Valentinstag, sonst kriegen wir Ärger.”

Dies mag mit dem nötigen Abstand amüsant klingen, führte aber schon zu manch ernst zu nehmendem Ehekrach und ist spätestens nach den ersten eigenen leidvollen Erfahrungen ein durchaus tief greifendes Problem. Dabei ist der Grund doch recht simpel und liegt in der Natur der Dinge. Der Mann ist erwiesenermaßen ein eher pragmatisch und rational eingestellter Zeitgenosse, während die Damen der Schöpfung mehr auf der Gefühls- und Beziehungsebene einzuordnen sind.

Um noch einmal auf den eingangs erwähnten Sachverhalt zurückzukommen: Ja, ich rede gerne. Und so habe ich mich – selbstlos wie ich bin – an einen Selbsttest gewagt. Nach kurzer Überlegung diesen Selbsttest mit der Einnahme von weiblichen Hormonen zu unterstützen, zog ich es aufgrund nicht unerheblicher Gesundheitsrisiken dann doch vor, mich rein psychisch in die Welt der Weiblichkeit zu begeben. Ich beschloss also, jegliche Nachrichten, welche mir von weiblichen Personen entgegengebracht werden nur noch mit dem Appell-Ohr zu hören.

Meine erste Begegnung mit einer Probandin ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Es war die Bedienung im McDonalds-Restaurant in der Bonner Maximilianstraße. “Möchten Sie noch ein Getränk dazu?” war ihre abschließende Frage und das sah ich natürlich als Appell noch eine Cola kaufen zu müssen. Das Lächeln in Ihrem Gesicht verriet mir, dass ich sie damit glücklich gemacht habe. Hier spielt noch ein anderer Kommunikationstheoretiker eine Rolle in diesem Selbstversuch: Der gute Herr Watzlawik, welcher besagt man könne nicht nicht kommunizieren. Auch diese Theorie war schnell belegt, denn schließlich hatte die unterbezahlte Burgerbraterin mich ja mit ihrem Lächeln eindeutig ankommuniziert und traf sogar – wie von mir geplant – mein Appell-Ohr:

Sie lächelt mich an, also kann sie ja wohl nur den Abend mit mir verbringen wollen. Diesen Appell nahm ich mir also zu Herzen und fragte die junge Dame – entgegen der eigentlich in mir vorherrschenden Schüchternheit und damit ganz im Sinne des Experimentes – ob sie nicht Lust hätte nach Feierabend mit mir eine gemütliche Bar aufzusuchen. Ich war aufgrund ihres Appells der festen Überzeugung, dass dieser Vorschlag ja eigentlich von ihr kam und man ja nur noch Ort und Uhrzeit vereinbaren müsse.

Nunja, scheinbar muss ich wohl noch ein wenig üben, was die genaue Justierung des Appell-Ohres angeht. Anders jedenfalls kann ich mir die laut lachende Mitarbeiter-Meute hinter der Theke des einschlägigen Fast-Food-Restaurants nicht erklären. Und dabei wollte ich doch einfach nur alle Frauen glücklich machen mit meinem Appell-Ohr. Aber Aufgeben kam für mich zu einem solch frühen Zeitpunkt natürlich noch gar nicht in Frage und so beschloss ich das Passierte unter “Anfangsschwierigkeiten” abzuhaken und die Damenwelt weiter mit meiner neuen Weiblichkeit zu beglücken. Ich wollte schließlich der neue Frauenversteher werden.

Und so ließ auch Kandidatin Nummer 2 nicht lange auf sich warten. Beim grundsätzlich überlaufenen Unisex-Friseur wollte ich mir einen neuen Haarschnitt verpassen lassen. Die Haarartistin, welche scheinbar am Vormittag noch Berufsschule hatte, bat mich Platz zu nehmen und tänzelte fröhlich um mich herum, nachdem ich ihr gesagt hatte sie könne mit meinen Haaren anstellen, was sie wolle. Als sie zu schneiden begann, startete sie zeitgleich das Gespräch. Ob ich denn schon im Urlaub gewesen sei dieses Jahr, war ihre erste Frage. Mein Appell-Ohr übersetzte dies dem Gehirn mit “Los, erzähl was von deinem letzten Urlaub!” und ich begann von Ballermann 2011 zu erzählen, der Party-Sause mit sämtlichen Freunden. Ich erzählte von unserer Absteige El Corazon direkt in El Arenal, von den allabendlichen Sauforgien im Oberbayern und davon, wie mein bester Freund eine Nacht in seinem eigenen Erbrochenen am Strand verbracht hat, da der Rest der Gruppe nackt im größten Sangria-Eimer der Welt tanzte und wie die Mischung aus Alkohol und Sonne bei mir lustige Darmreaktionen auslöste und wie sich das dünnflüssige… Dies war der Moment an dem die Friseuse ihr Schneidwerkzeug zur Seite lag und ein komischer muskelbepackter Bombenjackenträger mich aufforderte den Laden zu verlassen. Bis heute frage ich mich, was ich falsch gemacht hatte. Sie wollte doch augenscheinlich von meinem Urlaub hören. Oder etwa nicht?

Trotz des erst zweiten Reinfalls überkamen mich so langsam die ersten Zweifel an dem, was ich tat. Ich versuchte mich aufzuraffen zumindest noch einer Frau mit meiner Maskerade entgegenzutreten und begab mich auf die Suche. An einer dunklen Straßenecke – nur noch wenige Straßenlaternen waren in der Ferne zu sehen – zwischen rot erleuchteten Fenstern und Luxusautos mit vergoldeten Felgen sprach mich eine junge Dame an. “Hallo schöner Mann!” waren ihre Worte. Und auch wenn es wahrscheinlich der erste Appell war, den ich so verstanden hatte wie er gemeint war (“Ja, fick mich, du geiles Stück!”), beschloss ich an dieser Stelle mein Experiment abzubrechen und begab mich, um mich selbst wieder zum Mann zu machen, in die nächste Bar und bestellte ein Bier. Ich mag kein Bier, aber immerhin ist es männlich.

All diese Erfahrungen haben mir gezeigt, dass die Kommunikation zwischen Mann und Frau generell höchst verbesserungswürdig ist, aber diese Verbesserung liegt wohl in dermaßen weiter Ferne und scheint so unerreichbar, dass wir uns begnügen mit der Situation und uns damit abfinden. Schließlich sind es auch gerade diese Konfliktsituationen, die das Leben abwechslungsreich und interessant gestalten und es letztlich so wunderbar lebenswert machen.

Tibidabo

Herzlich Willkommen!

Wie fängt man einen Blog an? Das ist eine gute Frage. Das Design steht, das Rundherum ist ausgeschmückt, nun wartet der Blog auf seine Essenz: Artikel.

Ich habe mich entschlossen einige Worte zu dem Freizeitpark zu schreiben, in welchem mein Titelbild entstanden ist. Der Tibidabo auf Bareclonas gleichnamigem Hausberg. Auch wenn mein Besuch mittlerweile einige Jahre zurückliegt, möchte ich ihn gerne mit der interessierten Leserschaft teilen.

Mein Tag begann in einem guten, aber günstigen Hotel in Barcelona unweit der Ramblas. Ich hatte ausgeschlafen und ich begab mich zur nahe gelegenen U-Bahn-Station um herauszufinden wie ich wohl nach Tibidabo komme. Ich fand, dass eine Station Namens „Av. Tibidabo“ ganz gut klang und nahm die Linie L7 dorthin. Als ich im Norden Barcelonas wieder das Tageslicht erblickte, stand ich auf einem großen Platz mit furchtbar vielen Autos und vor allem Motorrädern. Eine der Hauptattraktionen ist auch in Barcelona der Verkehr an sich. Wenn man halbwegs lärmresistent ist, kann man stundenlang am Straßenrand sitzen und sich das Treiben anschauen. Wo 3 Fahrstreifen auf die Fahrbahn gepinselt sind, fahren mindestens 4 Fahrzeugreihen nebeneinander, wovon in einer dann meist auch ein schön breiter Bus oder LKW fährt und zwischen all diesen vierrädrigen Gefährten tummeln sich mindestens ebenso viele Zweiräder. Und als Fahrer dieser darf man in Barcelona wohl überhaupt keine Skrupel haben. Sehr amüsantes Treiben.

Da ich aber nicht von mir behaupten konnte lärmresistent zu sein und schon genügend unangenehme Begegnungen mit dem Großstadtstraßenverkehr hatte und vor allem da ich ja nach Tibidabo wollte, verzichtete ich auf eine weitere Vorstellung dieser ganz besonderen Aufführung und fragte einen Busfahrer nach dem Weg nach Tibidabo. Er zeigte auf die andere Straßenseite und erzählte dabei noch einen spanischen Roman, den ich natürlich nicht verstanden habe. Aber ich sah dort, wo er hinzeigte eine Schlange von Menschen, wo ich mich dann einfach mal hinten anstellte. Wie sich herausstellte warteten die Menschen (und ich damit auch) auf die so genannte Tramvia Blau. Eine Art historische Straßenbahn, welche ca. einen Kilometer bergauf fährt. In einer Geschwindigkeit, in der man durchaus auch nebenher laufen könnte. Da die Strecke aber richtig (!) steil ist, war ich natürlich zu faul und fuhr mit der Tramvia Blau, welche komischerweise rot ist. Auf der Strecke nach oben kam uns der zweite Wagen der Bahn entgegen. Immerhin der ist blau.

Oben angekommen freute ich mich auf den Freizeitpark und stürmte aus der Bahn. Aber auch hier wurde ich enttäuscht, denn wenngleich ich mich laut einem Schild bereits über 300 Meter über N.N. befand, alles, was von Tibidabo zu sehen war, war die Talstation einer weiteren Bahn. Diesmal eine Mischung aus Zahnradbahn und CableCars. Also auch hier noch mal angestellt und weitere geschätzte 200 Höhenmeter nach oben zurückgelegt um endlich am Ziel anzukommen: Tibidabo! Was diesen kleinen und durchaus netten Park so einzigartig macht ist ohne Frage seine Lage. Betritt man das Areal, so erahnt man bereits welch tolle Aussicht sich von diversen Attraktionen bietet. Ganz besonders zu erwähnen sei hier das Riesenrad und der Darkride mit Außenteil.

Das Riesenrad steht am Rande des Abgrunds auf der obersten Ebene und dreht sich so verdammt schnell, dass die Gondeln ordentlich ins Schaukeln geraten. Gar nicht so unthrillig, da mir Riesenräder ohnehin zuweilen suspekt sind und die Schaukelei über den Dächern von Barcelona auch nicht zu meinem subjektivem Sicherheitsempfinden beitrug. Heldenhaft habe ich aber schließlich diese Fahrt überlebt. Der Darkride liegt ganz in der Nähe des Riesenrades und wartet mit tollen Indoor-Passagen auf. Ganz besonders zu erwähnen ist hier natürlich aber die Fahrt im Außenbereich. Die Fahrt in fliegenden Teppichen gepaart mit der immer noch unbeschreiblichen Aussicht auf Katalonien und das Mittelmeer, rockt einfach ganz gewaltig. Man mag mir die Wortwahl verzeihen, aber beim besten Willen bin ich nicht fähig eine andere Formulierung zu finden. Mein Tipp: Hinfahren, Ausprobieren!

Die im Titelbild zu sehende Achterbahn spielt natürlich auch wunderbar mit der Lage. Allerdings hat man sich vor Kurzem dazu entschlossen diese abzureißen. Was soll’s, ich bin sie gefahren. Ich habe es erlebt. Und es war großartig. Interessant, wie aus einer harmlosen Kirmes-Achterbahn allein durch ihre Lage ein ganz besonderes Erlebnis wird.

Insgesamt kann ich Tibidabo nur empfehlen. Allein die Anreise ist abenteuerlich. Es gibt wohl auch die Möglichkeit mit einer Seilbahn von hinten an den gesamten Komplex heranzukommen. Da ich diesen aber nicht gewählt habe, kann ich hierzu nur wenig sagen. Aber es gibt ja Mittel und Wege.